Wozu brauchen wir eigentlich Knigge-Regeln?

Wozu brauchen wir eigentlich Knigge-Regeln?
Gedanken für das neue Jahr


Knigge-Regeln, Umgangsformen oder Benimm-Regeln – egal wie wir es nennen, es geht darum, wie wir in unserer Gesellschaft miteinander umgehen. Welche Werte leben wir, wie respektvoll gehen wir mit anderen Menschen um und wie wollen wir selbst behandelt werden? Ein persisches Sprichwort sagt: „Höflichkeit ist ein Kapital, das den reicher macht, der es ausgibt.“ Soll heißen: Wer höflich ist, gewinnt.

Eine Umfrage unter deutschen Personalverantwortlichen hat ergeben, dass 78 Prozent der Befragten einen direkten und klaren Zusammenhang zwischen guten Umgangsformen und dem eigenen beruflichen Erfolg sehen. Das bedeutet, dass heute nicht mehr ausschließlich das fachliche Können gefragt ist, sondern soziale Kompetenzen mindestens genauso wichtig sind.

Was nützt ein Mitarbeiter, der hervorragende Abschlussprüfungen und bestes fachliches Wissen hat, jedoch mit seinen Kollegen nicht klar kommt? Dies wird zu Missstimmungen, Ausgrenzungen und schlechter Teamarbeit führen. Und eben dies sind die Faktoren, die jedes Unternehmen vermeiden möchte.

Gute Umgangsformen“ können im Berufs-und Privatleben durchaus ein hartes Auswahlkriterium sein. Das Besondere dabei ist, dass der Betroffene nicht erfährt, dass ein negatives Ergebnis durchaus mit seinen schlechten Manieren zu tun hat. Denn für sehr viele Unternehmen ist angemessenes Auftreten und Verhalten sehr wichtig.

Durch die positive Persönlichkeit des Mitarbeiters und seinen guten, wertschätzenden Umgangsformen können sich Unternehmen von Mitbewerbern abgrenzen – und das ganz besonders in der „Service-Wüste Deutschland“. Für Mitarbeiter selbst sind gute Umgangsformen ein echter Karrierebeschleuniger.

Doch wie geht man mit den Regeln um?
Umgangsformen sind keine starren Regeln. Es geht vielmehr darum, dass wir die Erkenntnisse und die Werte, die hinter den Regeln stehen, kennen und ernst nehmen. Es geht um unsere Haltung zu Respekt, Aufmerksamkeit und Anerkennung. Würden wir diese Werte verlieren, würde dies der der heutigen, globalisierten Gesellschaft nicht gut tun. Denken wir daran, dass alle Menschen das gleiche Bedürfnis nach Anerkennung haben und damit das alte Sprichwort immer noch Gültigkeit hat: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“

Susanne Beckmann


Friederike Stoffregen